Geschichte des Spalentor Verlags

Am 28. August 1979 liess Eduard Greif (von Basel, in Sissach) die Firma Spalentor-Verlag AG in das Handelsregister Basel-Stadt eintragen. Der Firmenzweck lautete: «Betrieb eines Verlages, insbesondere Herausgabe der Radio- und Fernseh-Gazette sowie ähnlich gelagerter Presseerzeugnisse…» Grund für diese Neugründung war, dass Eduard Greif sich neuen Aktivitäten zuwenden wollte.

Vom ‹Geschäftsspiegel› zum ‹Doppelstab›
1953 gab Eduard Greifs Vater, Emil Greif, erstmals den ‹Geschäftsspiegel, das Anzeigenblatt für Birsfelden, das Breite- und Lehenmattquartier› heraus. Daraus entstand 1960 die Gratis-Zeitung ‹Doppelstab›, welche von den Söhnen Eduard und Christian Greif weitergeführt wurde. Die Zeitung erschien dreimal pro Woche; erster Chefredaktor war Hans A. Jenny.
1967 wollte Eduard Greif auch in Zürich eine Gratiszeitung lancieren. Der Verleger Max Frey mobilisierte jedoch darauf hin die damals bekannten Journalisten Werner Wollenberger und Jürg Ramspeck, die innert zwei Wochen das Kampfprojekt ‹Züri Leu› aus dem Boden stampften, worauf Eduard Greif sein Projekt aufgab.

Machtkämpfe mit der BaZ
Nach der Fusion von ‹National Zeitung› und ‹Basler Nachrichten› am 31. Januar 1977 lieferten sich die neue ‹Basler Zeitung› und der ‹Doppelstab› heftige Kämpfe. Eduard Greif klagte vor Gericht gegen die Verwendung des Namens ‹Basler Zeitung› (es gäbe mehrere ‹Basler Zeitungen»; der Doppelstab sei auch eine). Die Klage wurde jedoch abgewisen.
In der Folge versuchte die BaZ, den Doppelstab auszubooten. So erzählte Eduard Greif, dass er einmal zum Verlag an der Schützenmattstrasse kam, als ein grosser Lastwagen mit Papier für die Druckmaschinen wieder wegfahren wollte, ohne Papier abzuladen. Nachfragen von Greif bei der Geschäftsleitung ergaben, dass die BaZ den Papierlieferanten unter Druck gesetzt hatte: Würde er weiterhin den Doppelstab beliefern, verlöre er die BaZ als Kunde. Die BaZ erschien täglich, der Doppelstab wöchentlich – der Lieferant entschied sich für die grössere Absatzmenge. Greif kaufte von da an das Papier in Deutschland.

1978 erschienen die von Hans A. Jenny zusammengestellten drei Bücher ‹Basler Memoiren›, in denen Fotos und Ansichtskarten von Doppelstab-LeserInnen abgedruckt wurden.

In der Redaktion des Doppelstabs arbeiteten viele bekannte Basler Journalisten; Willy Surbeck war Chefreporter/Fotograf, Martin Herter war 1988 Chefredaktor des Doppelstab.

Verkauf des Doppelstabs
Am 30. Mai 1979 gab die Basler Woche Verlags AG (Basler Woche/Kirschgarten-Druckerei, VR Harry Thommen) bekannt, dass sie von den Gebrüdern Eduard und Christian Greif die Verlagsrechte der Gratiszeitung Doppelstab samt den mit der Produktion zusammenhängenden Betrieben für sieben Millionen Franken gekauft habe; ab 02.01.1980 erschien der Doppelstab nur noch zweimal pro Woche.
Am 18. Dezember 1997 erschien nach 44 Jahren die letzte Ausgabe des Doppelstab.
1980 kaufte übrigens Eduard Greif die Boulevard-Zeitung ‹Hamburger Morgenpost›, eine ursprünglich der SPD gehörenden Zeitung. 1986 verkaufte er sie an Gruner + Jahr weiter.

Die heutigen Besitzer des Spalentor Verlags
Christian Lienhard absolvierte seine Ausbildung als Grafiker an der Basler Schule für Gestaltung und arbeitete in verschiedenen Design- und Marketing-Agenturen. 1988 gründete er das Grafikbüro ‹iSATZ›und schuf Logos und verschiedene Werbemittel für Kunden aus der Kosmetik-, Pharma- und Transportbranche.
Christiane Widmer arbeitete nach ihrer kaufmännischen Ausbildung in der Marketing- und Werbeabteilung von verschiedenen Unternehmen. Nach dem Wechsel auf die Agentur-Seite erwarb sie das Werbeassistenten- und Werbeleiter-Diplom (heute Master in Kommunikation). 1989 trat sie in das Unternehmen ihres späteren Ehemannes Christian Lienhard ein.
Die gemeinsame Firma wurde von ‹iSATZ› in ‹EFFORT Grafik und Text› umbenannt und betreute zahlreiche Budgets von verschiedenen grossen Unternehmen aus der Pharma- und Kosmetikindustrie; daneben entstanden auch Signete und Gesamtauftritte für Non-Profit-Organisationen wie ‹Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter› oder ‹Schweiz. Bühnenkünstler Verband›.

1994–1997 übernahm das Team nebst den Werbeaufgaben die Redaktion der Zeitschrift ‹Sonnseitig Leben›; eine Publikation mit Artikeln zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Lebensfreude.

1997 beschlossen die beiden Inhaber, die Werbeaufgaben zu reduzieren und sich mehr der verlegerischen und redaktionellen Arbeit zu widmen. Sie hatten die Möglichkeit, von der Firma Multipress, einer Tochter von Basler Zeitung und Birkhäuser Verlag, die abonnierte Zeitschrift ‹BwieBasel› zu kaufen und im ‹Effort Verlag› herauszugeben.

Seit September 1997 erscheint ‹BwieBasel› unter der Leitung von Christian Lienhard (Fotos, Gestaltung, Verkauf) und Christiane Widmer (Text, Typographie, Administration).

1999 befanden sich die Verlags- und Redaktionsräume des Effort-Verlags am Spalentorweg in Basel. Anfangs Jahr klingelte Eduard Greif unangemeldet an der Türe und fragte, ob die Inhaber gerne die Spalentor Verlag AG kaufen wollten; das passe doch gut…

Man wurde sich rasch handelseinig, und am 11. Mai 1999 wurden die neuen Besitzer im Handelregister eingetragen. Seit dann erscheint ‹BwieBasel› im Spalentor Verlag.

2003 erschien das erste Buch im Verlag: ‹Basler Basilisken›; es folgten einige weitere – von Fremdautoren wie auch vom Besitzer-Team.

2016 erschien der erste Band der ‹Edition BwieBasel› mit dem Thema ‹Basler Brunnen›. Es folgten ‹Basel und der Tod› (2017) und ‹Basel und der Rhein› (2018).

Nebst der regulären Ausgabe der Zeitschrift ‹BwieBasel› erscheinen regelmässig Sonder- und Themenhefte.

2019 brachte der Spalentor Verlag – in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Bider & Tanner – das erste Memo-Spiel heraus, das ‹BaselMemo› mit Fotos der Stadt Basel. Aufgrund des grossen Erfolgs folgten anfangs September 2019 das zweite Memo-Spiel mit Schweizer Kantonswappen und 2020 das ‹UhrenMemo›. Weitere Spiele sind in Vorbereitung